» Laudatio zur Vernissage "Fragmente der Seele" TASTE MODERN, Berlin Art Gallery
von Yvonne Falckner mit Gedichten von Noel Legne

LAUDATIO zur Vernissage "Fragmente der Seele"

"Als Gesine Imhof mich darum bat, ihre Laudatio zu halten, fühlte ich mich geehrt.
Geehrt - warum geehrt?
Ich möchte es einmal so sagen: ich liebe Gesine Imhof. Ich liebe Gesine Imhof und ihre Kunst.
Eine Kunst, die identisch ist mit der Malerin - ohne Schnörkelei, aus dem emotionalen Moment heraus - bloßgelegt - das jeweilige Gefühl fragmentiert darzubieten - ohne Scham - und weil die Künstlerin den Mut besitzt - das zu tun, kann sie als Gesamtperson - so gut zu sich selbst stehen - in all ihren Fragmenten, Facetten.
Sie liebt es, kritische Analysen anzustellen, mit dem letztendlichen Ziel, das menschliche, das allzu menschliche zu finden. Sie speist diese Intuition aus einer tiefen Emotionalität heraus, gepaart mit einer künstlerischen Technik, die das Unfertige fertig erscheinen lässt. Gesine Imhof traut sich das Menschliche zu zeigen, dass den Menschen trotz all seiner Errungenschaften - immer wieder die gleiche Frage stellt: Möchtest du hinter die Fassade blicken, um das Eigentliche zu erkennen?
In unserer jetzigen Zeit, in der wir vollgestopft mit Konsum und Persönlichkeitsoptimierung sind, sind solche Künstler wie Gesine Imhof immer ein mahnendes Zeichen:
Mensch schau nach innen!

Yvonne Falckner 2011


abandon

gestern waren es
nur flatternde finger,
die mit tauben
beim anflug wetteiferten;
heute rinnt schweisz
dem druck
der pumpe davon
& geräusche dringen
aus allen himmelsrichtungen
& ich höre
& ich hänge
kopfüber in der hölle.

sirenen vermischen
sich, schatten
springen mich an.
fetzen fisseln im inneren,
treiben tränen dämmernah.
zeitlupe spult ins vergangene


© Noel Legne 2011




inWendig

lass uns erinnerung
in den morgen tRagen,
hände sollen unaussprechliches
gebärden, unter schmerzens
schönem lid
schlag & auch wenn der tag uns
um die n8 betRügt.
was sind uns phantasie kranke bunker, aus wirtschafts
wunderzeiten geschröpft,
was sind uns ihre insassen, da wir unseren klee
an die wand klecksen, im schweisz an rau
faser uns verstofflichen.


© Noel Legne 2011


titellos II

wenn man gift
zur gabe stilisiert,
sind es kleine teufel, die
sich zu mord melden,
tropfen für tropfen
dörren sie die seele siech
& geWissensBisse zeugen
ver2flung. die zunge
dehnt sich in den racheN.
worte krallen
sich ins fleisch. schMutz
versTRICKt erwarTest du
vergebung
vor dir selbst?

© Noel Legne 2011

» Laudatio zur Vernissage in der Südstern Brauerei Berlin
von Christian Johnsen

Fünf Jahre ist es her, daß ich zuletzt bei einer Vernißage Gelegenheit hatte, Gesine Imhof in einer – seinerzeit von fremder Hand verfaßten - Laudatio vorzustellen. Damals war sie eine relativ unbekannte Künstlerin, die es gerade aus Darmstadt in die mecklenburgische Provinz zurückverschlagen hatte. Inzwischen ist sie Mitglied bei den Montmartrois de Berlin, stellt gerade in mehreren Städten gleichzeitig aus, und wird demnächst sogar im Ausland zu sehen sein.

In ihrer ersten Außtellung in Berlin, der in diesem Sommer noch weitere folgen sollen, zeigt sie ab heute Bilder aus der Zeit von 2004 bis 2006. Inzwischen hat sich ihr Malstil noch einmal verändert. Ihre malerisches Schaffen folgt heute der Maxime: Weniger ist mehr. „Es kommt mir vor, als hätte ich jahrelang gute Bilder übermalt, um daraus schlechte zu machen“, sagt sie selbstkritisch rückblickend. Doch diese Veränderung betrifft nur den angewandten Pinselstrich und die Details der Ausarbeitung. Die drastische Expreßivität ihrer Bilder war von Anfang an da und ist bis heute dieselbe geblieben.

Begonnen hat die 1966 in Aschersleben geborene Künstlerin ihr Schaffen bereits vor 25 Jahren, als sie in Greifswald Germanistik und Kunst an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität studierte. Mit Berlin verbinden seit dieser Zeit ihre Konsultationen an der Kunsthochschule Weißensee bei Prof. Dieter Gantz. Nach der Jahrtausendwende zog sie von Mecklenburg nach Darmstadt, um dort als freischaffende Künstlerin zu leben.

Aus dieser Zeit stammen die Bilder von Gebäuden rund um den Bremer Schlachthof und die Flamenco-Tänzerinnen und –Tänzer, die hier im Brauhaus am Südstern zu sehen sind.

über die Herkunft und Entstehung des Flamenco gibt es viele Theorien, die sehr gegensätzlich sind und eigentlich nur eines gemeinsam haben: Daß sie allesamt nicht beweisbar sind.

Sicher weiß man, daß der Begriff für den Tanz und die Musik seit dem 19. Jahrhundert belegt ist, die Wurzeln der Musik aber bis ins Mittelalter zurückreichen, als die Mauren noch in Andalusien herrschten. Gesichert ist ebenso, daß die Tanzform sogar bis in die Antike zurückverfolgt werden kann, in die Zeit des sagenumwobenen biblischen Tarsis, das von Israel aus gesehen am Ende der damals bekannten Welt lag und, wenn man den jüngsten Entdeckungen eines Forscherteams des Greenberg-Centers der Universität Hartford glauben darf, sogar mit dem bei Platon erwähnten ebenso reichen und mächten Atlantis identisch war, das aus griechischer Sicht „jenseits der Säulen des Herakles“ lag, also westlich der Meerenge von Gibraltar am „atlantischen Meer“. Römische Quellen wißen aus dieser Zeit von Tänzerinnen zu berichten, die aus jener Gegend stammten und einen sinnlichen, rhytmischen Tanz mit zuckenden Bewegungen aufführten, bei dem sie sich mit Klappern selbst begleitetet haben sollen.

Sicher weiß man auch, daß die wichtigsten Tradenten und Interpreten des Flamenco zu einer Volksgruppe der Roma gehören, die seit dem Mittelalter in Andalusien lebte und zeitweise eine Brücke zwischen Mauren und Spaniern bildete. Die von den Spanieren Calé (Schwarze) oder Gitanos (Zigeuner) genannten Roma verstecken die verfolgten Mauren während und nach der Reconquista, als die Araber Zug um Zug außer Landes vertrieben werden sollten und vermischten sich schließlich mit ihnen. Die Stunde dieser lange diskriminierten Bevölkerungsgruppe kam am Anfang des 19 Jh. in der Zeit der dezentral organisierten Befreiungskriege gegen Napoleon, als der Gitano zum Idealtyp des Majismo wurde, einer kulturellen Strömung, die dem Typus des aufgeklärten Franzosen den Archetyp eines erdverbundenen, archaisch bodenständigen Individuums mit unbeugsamem Willen zur Selbstbehauptung entgegensetzte.

Sicher ist auch, daß der Flamenco kein Paartanz, sondern ein Ausdruckstanz ist, den der Mann und die Frau nach festen Regeln je für sich allein tanzen, und daß dieser Tanz in vielen Spielarten existiert. Eine dieser Spielarten, der Fandango, war schon im 18. Jahrhundert weit über Andalusien hinaus so populär, daß klaßische Komponisten wie Boccherini, Gluck oder Mozart sich davon zu Cover-Versionen inspirieren ließen.

In dieser Zeit lernte auch – wenn man seinen Memoiren glauben darf – Giaccomo Girolamo Casanova diesen Ausdruckstanz in Spanien kennen, durch eine seiner Liebschaften, die Ignazia hieß.

Doña Ignazias Temperament war eine Mischung von Wollust und Frömmigkeit – eine Mischung, die in Spanien sehr oft vorkommt. Sie tanzte den Fandango mit soviel Hingebung und mit solchem Feuer, daß kein Wort mir hätte verheißen können, was ihre wollüstigen Stellungen mir versprachen. Was für ein Tanz ist der Fandango! Er reißt die Tänzer mit sich fort, versetzt sie in Glut. Trotzdem hat man mir versichern wollen, daß die meisten Tänzer und Tänzerinnen sich gar nichts Schlimmes dabei dächten. Ich habe getan, wie wenn ich das glaubte.

(Dona Ignazia, mélange de volupté et de dévotion, chose commune en Espagne, dansa le fandango avec tant d‘abandon et de feu, qu‘aucune parole n‘aurait pu me promettre ce que me promettaient ses attitudes voluptueuses. Quelle danse que le fandango! Elle enlève, elle brûle et cependant on a voulu m‘aßurer que la majeure partie de ceux et de celles qui la dansent n‘y entendent aucunement malice. J‘ai fait semblant de le croir.)

Ob wir diesem Autor alles glauben dürfen, was er in seinen Memoiren beschreibt, ist Ansichtßache. Die bildendende Kunst ist da gegenüber der Literatur im Vorteil: Hier kann man sehen und entdecken.

Gesine Imhof zeigt in ihren Bildern, was sie selbst im Flamenco sieht und was sie an der Kultur dieses Tanzes fasziniert. Wer genau hinsieht, findet dort etwas von dem, was schon Casanova gesehen und beschrieben hat als „Mischung aus Wollust und Frömmigkeit“, melange de volupté et de devotion. Honi soit qui mal y pense – ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Verfasst und vorgetragen von Christian Johnsen

» Laudatio zur Ausstallung "Flamenco in Bildern" in der Kanzlei Heinemann & Kollegen in Wismar
von MOTIW & KToth

Liebe Freunde, liebe Gäste.
Ich freue mich, Sie/Euch hier in diesen Räumlichkeiten mit Arbeiten von Gesine Müller begrüßen zu dürfen.
Der große Kirchenlehrer Aurelius Augustinus (354-430) schrieb:

"Ich lobe den Tanz, denn er befreit den Menschen von der Schwere der Dinge, bindet den Vereinzelten zu Gemeinschaft.
Ich lobe den Tanz, der alles fordert und fördert, Gesundheit und klaren Geist und eine beschwingte Seele.
O Mensch lerne tanzen, sonst wissen die Engel im Himmel mit dir nichts anzufangen."

Ein wahres Wort.

Nicht nur Aurelius Augustinus hat sich dazu geäußert, sondern auch viele andere, wie z.B. Rilke..... und Gesine Müller haben etwas dazu geschrieben, von dem wir später noch in der Laudatio hören werden.

Aber erst einmal zur Geschichte der Laudatio die eigentlich ungewöhnlich zustande kam. Wir, die Verfasser dieser Laudatio, können aus terminlichen Gründen nicht anwesend sein. Aber wir hoffen, gebührend vertreten zu werden durch ein anwesendes Mitglied in dieser Runde in der die Bilder von Gesine vorgestellt werden.

Im Mai 2006, wurden wir durch das Internet aufmerksam auf die Bilder von Gesine. Wir waren uns einig, dass diese Bilder - auch wenn wir sie im Original nicht gesehen haben - etwas Besonderes beinhalten und hatten Lust, über diese Arbeiten mehr zu erfahren, zudem auch einige Städteansichten an Bremen erinnerten und diese neugierig machten. Nach der ersten und auch nach weiteren Kontaktaufnahmen kam dann die Frage "Hast du nicht Lust meine Laudatio zu halten bei der nächsten Vernissage ?" Begeisterungsfähig wie ich bin, sagte ich erst einmal "nein" und dann doch irgendwann "ja" unter dem Einwand, dass mir meine liebste Freundin, die mich auf die Internetseiten aufmerksam gemacht hat, dabei behilflich ist. Und so kam das alles zustande, schreiben die Laudatio und sehen die Originale nicht.

Angefangen mit Aurelius weiter in der Reihenfolge Rilke und Gesine. Rainer Maria Rilke, der ja, wie bekannt in dem Dörfchen Fischerhude bei Bremen lebte oder auch zwischen Hamburg und Bremen ein sehr schönes Häuschen bewohnte an dem kleinem Flüsschen Wümme. Er schrieb passend und "posthum" zu Gesines Bildern, welches auch in der Einladung zu finden ist

Spanische Tänzerin

Wie in der Hand ein Schwefelhölzchen, weiß,
eh es zur Flamme kommt, nach allen Seiten
zuckende Zungen streckt: beginnt im Kreis
naher Beschauer hastig, hell und heiß
ihr runder Tanz sich zuckend auszubreiten.

Und plötzlich ist er Flamme ganz und gar.

Mit einem Blick entzündet sie ihr Haar
Und dreht auf einmal mit gewagter Kunst
Ihr ganzes Kleid in diese Feuersbrunst,
aus welcher sich, wie Schlangen, die erschrecken,
die nackten Arme wach und klappernd strecken.

Und dann: als würde ihr das Feuer knapp,
nimmt sie es ganz zusamm und wirft es ab
sehr herrisch, mit hochmütiger Gebärde
und schaut: da liegt es rasend auf der erde
und flammt noch immer und ergibt sich nicht.
Doch sieghaft, sicher und mit einem süßen
Grüßenden Lächeln hebt sie ihr Gesicht
Und stampft es aus mit kleinen festen Füßen.

Dieses Gedicht beinhaltet ein Gefühl, das auch in Gesines Malerei deutlich zu spüren ist.

Das, was Rilke schrieb, ist durchaus nachvollziehbar, wenn man z.B. in Sacromonte, dem traditionellen Zigeunerviertel, in Granada war - Andalusien - und den Flamenco dort selber in den geschlagenen Höhlen der Zigeuner erlebt hat. Der Flamenco besteht eigentlich aus drei Tänzen, die das Ritual der Zigeunerhochzeit darstellen: La Albore, La Cachucha und La Mosca.


Nun zu der Schöpferin dieser Werke:
Gesine schrieb und ich lege Wert auf den zweiten Satz der Überschrift. - "meine Geschichte"

Geschichte des Flamenco - meine Geschichte

Der ursprüngliche Flamenco ist weit mehr als nur eine Form der Kunst, er ist unmittelbarer Ausdruck des Lebens: gewaltsam, schonungslos und ergreifend - entstanden in einer Welt, die beherrscht wurde von Inquisition, Unterdrückung., Armut und Leid:
Der Welt der Gitanos. Sie kamen gegen Ende des 15. Jahrhunderts von Indien über Ägypten und weitere arabische Länder nach Andalusien.?

Ich bin vor vier Jahren zum ersten Mal mit Flamenco in Berührung gekommen. Seither hat mich die Art des künstlerischen Ausdrucks bei diesem Tanz nicht los gelassen.

Es ist nicht nur die facettenreiche Anmut - selbst in der Aggression, nicht nur die für viele vordergründige Erotik. Es ist mehr. Es ist ein Aufschrei, ein Wirbel von Gefühlen, die von Sanftheit bis zur offenen Wut reichen.

Faszinierend, wie dieser Tanz die Machismen zum Ausdruck bringt, den Mann in allen stereotypen Sichtweisen, tanzend nachvollziehbar macht.

Flamenco ist ein Feuerwerk fürs Auge, für die verborgenen, vielleicht verdrängten eigenen Gefühle ein Ventil, wie eine Vulkanöffnung und die Staccatos der Schuhe, die permanent die Dielen zu nageln scheinen, sind wie Stiche, tief in die Gefühlswelt, sie klopfen ganz penetrant Schlafendes wach.

Gesine


Die Worte die berühren sind die, wie Stiche, Gefühlswelt, sie klopfen ganz penetrant Schlafendes wach.

Ich denke, das Thema Flamenco welches Gesine in ihren ausdrucksvollen Bildern darstellt, hat etwas ganz besonderes und ist und beinhaltet eine sehr spannende Auseinandersetzung mit dem Tanz.
Es geht eine Faszination aus in diesem Ausdruck des Flamencos: Lebensfreude, und diese spiegelt sich auch wieder in den Bildern von Gesine. Bewegung, Tanz, Freude gemalt auf Leinwand in l. Grobe Striche, feine Nuancen, eindrucksvoll nachvollzogen in einem Meer von Form und Farben, ein Gefühl das die Künstlerin zum Ausdruck bringt, ein Spiegel ihrer Seele.

Ihre Bilder erschöpfen sich nicht in irgendwelche Nebensächlichkeiten sondern erfassen das Wesentliche des Flamencos in einer bezaubernden Art und Weise.

Ich hoffe, dass dieses auch Ihnen bei der Betrachtung von Gesines Werken wiederfährt und möchte Ihnen an diesem Abend viel Freude wünschen, gute Gespräche und Begegnungen.

Weiteres und ständig Neues entnehmen sie bitte unter der Adresse http://www.gesine-mueller.de. Halten sie sich auf dem Laufenden. Es lohnt sich.

MOTIW & KToth

» Laudatio zur Eröffnung der Vernissage im "Petri"
von Ulrike Schörghofer Kostümassistenz am Staatstheater Darmstadt

Gesine hatte eigentlich den Wunsch gehabt, "Freie Kunst" zu studieren. Dies war damals nicht möglich: "volkswirtschaftlich nicht notwendig" hieß es in der ehemaligen DDR.

In den Jahren 1983-1987 besuchte sie einige Künstler in Mecklenburg, um sich einen Eindruck zu verschaffen und um ihren eigenen Weg zu finden. (Anneliese Schöfbeck, Marika Voß, Hans-Wilfried Scheibner, Karin Zimmermann, Willy Günther, Prof. Armin Mönch, Martin Franz, Prof. Manfred Zoller, Prof. Dieter Gantz, Angelika Tübke u.a.)

Expressive Ausdrucksweisen interessierten sie am meisten.

Nach einigen Jahren als ausschließliches Familienoberhaupt von vier Kindern meldete sie sich 2002 als "freischaffend".

Sie begann intensiv nach äußeren Ausdrucksweisen zu suchen, die das Innere ausdrücken sollten. Ihre Vorbilder unter den Malern sind unter anderem der poetische Farbkünstler Chagall, die Portraitmalerei von Rembrandt, die fleischigen Bilder Corinths, auch Paula Modersohn-Becker, die als Frau so mutig war, freie Malerin zu werden und Wegbereiterin war für viele andere nach ihr.

Malen benutzt Gesine als Ventil, um innere Impulse kontrolliert raus zu lassen - anstatt Boxen. Jedes Bild ist eine weiter Stufe, vorwärts zu kommen. Jedes Bild ist ein Lehrstück, um Technik und Ausdruck zu steigern.

Seit über einem Jahr beschäftigt sie sich mit dem Ausdruck des Flamenco und hat darin auch ein Stück sich selbst entdeckt. Dieses Archetypische, diese innere verborgene Symbolsprache. Im Vordergrund die Erotik, im Tieferen der Zwiespalt zwischen Liebe und Aggression, Verlangen und Abgestoßen sein.

Bilder sind natürlich sehr mit dem eigenen Seelenzustand verbunden: Gefühle, Sehnsüchte, Leidenschaften, Angstzustände, Aggressivität und Spannungen werden durch die Kraft der Bilder dargestellt. So wie der leidenschaftliche Flamenco als Tanz, zeigen diese Bilder blaue, schwarze und rote Leidenschaften.

"Blau", Gesine liebt blau, obwohl sie eigentlich ein "roter Typ" (Extrovertiertheit) sei, wie eine befreundete Dame erkannt hat.

Besonders bei der blauen Tänzerin ("Que viva la mujer") kommt der Widerspruch der extrovertierten Darstellung der Tänzerin zu der introvertierten Wirkung der Farbe "Blau" zum Ausdruck.

Die Bildobjekte sind wie in den Bildraum gespannt, bergen dadurch so viel Spannung, dass der nicht vorhandene Rahmen fast gesprengt wird.

"Malen ist für mich der Dialog mit dem Objekt." sagt Gesine. "Ein Gespräch, das auf der Suche nach dem Gemeinsamen ist - eine Basis der Sicherheit, weil ich mich zum Teil wieder-finde - unbeobachtet, unkontrolliert. Wenn dann das Bild zum Hören durch das Ansehen einlädt, dann ist aus dem Dialog ein Trialog geworden."

Ich kann nur sagen, dass ich Gesine und Gesines Bilder wunderbar finde und ich sehr glücklich bin, eines von ihnen zu besitzen.